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2013 FF - Curse of the shadow

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2013 FF - Curse of the shadow

Beitrag von Moni am Mo 18 Nov - 8:49

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Das ©(Copyright) des Covers gehört mir, ebenso das © der gesamten Geschichte.
Das © der Figuren, die ich nicht selbst erfunden habe, liegt bei den Produzenten des Films.


Prolog

Zweites Zeitalter

Schon seit Jahrtausenden tobte ein scheinbar niemals endender Krieg zwischen den Göttern des Universums. Das Land wurde fast vollends zerstört, viele Untertanen jener Götter fielen in den Schlachten. Irgendwann gründeten die Menschen einen Orden, zusammen mit den verzweifelten Elfen und den Zwergen. Diese Allianz beendete den Krieg und vertrieb die bösen Elfen und die Orcs ins Ödland. Der Orden begann bin mit dem Wiederaufbau des Landes, zeitgleich wurden die Propheten von schrecklichen Visionen von einer wachsenden Finsternis im Westen heimgesucht.
Später wird man diese Finsternis unter dem Namen „Der Schatten“ kennen. In den gesetzlosen Ländern zwischen Warspire und Battlerave tauchten immer wieder Krieger des Schattens auf, so berichtete man sich in den Tavernen. Die Propheten schickten Agenten, um die Herkunft und vor allem die Absichten der schwarzen Krieger zu erkunden.


Zuletzt von Moni am Mo 9 Dez - 9:00 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: 2013 FF - Curse of the shadow

Beitrag von Moni am Mo 18 Nov - 8:53

Kapitel 1

Die Luft im staubtrockenen Warspire war erfüllt von bedrohlichen Flügelschwingen. Ein großer, rostbrauner Drachen zog, umhüllt von stickiger Luft, seine Bahnen. Sein Reiter Fangtor Bloodmoon, ein Schaman, blickte düster hinaus in die kantige Wüste, die mit rotbraunen Bergen übersäät war. Er und die anderen Schattenagenten hatten ihr Ziel nun fast erreicht. Erst heute Nacht hatte er den Schrein von Noc Benari überfallen. Im diesem Kloster lebten Bettelmönche, eigentlich gab es dort nichts von sonderlichem Wert. Unter dem Schrein jedoch hatte man das Grab von Odus, dem Großen errichtet. Und in diesem Grab ruhte der so genannte Knochenkelch, gefüllt mit der schwarzen Asche des Amun-Khan. Schon bald würde Fangtor Bloodmoon seine Aufgabe komplettieren und die Asche an der Pforte zur Unterwelt mit dem Blut des Goth Azul vermischen, um den verbannten Totengöttern so den Weg zurück auf die Erde zu bereiten.
Auf dem staubigen Boden unten im Tal, zwischen zwei großen Hügeln, kauerte eine bildhübsche Elfe mit ihrer Armbrust. Ihr Name war Nemyt. Sie stammte vom Volk der Garuundanen ab, hat sich aber von ihrer Familie abgewandt und zieht seitdem alleine durch das Land, um sich am Kopfgeld der unzähligen Banditen zu bereichern.
Und heute hat sie es auf ihn abgesehen, Fangtor Bloodmoon. Das dieser Raubzug ihr Leben in völlig andere Bahnen lenken würde, davon ahnte sie noch nichts.
Das Gericht warf dem Schamanen Mord, Brandstiftung, Schändung und Entweihung einer heiligen Reliquie vor.
Der ist ja ganz schön fleißig gewesen..., bemerkte Nemyt, während sie ihren dornenspitzen Pfeil auf die Brust des Drachens richtete. Ihre kleinen, spitz zulaufenden Ohren zuckten kurz, bevor sie tief durchatmete und ihren letzten Pfeil in Richtung des Drachenreiters katapultierte. Wenige Sekunden später durchtrennte die steinerne Spitze die dicke Lederhaut des Drachens und drang geräuschvoll bis tief in seinen Körper ein. Das Tier begann zu taumeln, hielt inne und klatschte schließlich mit einem lauten Knall in den hitzigen Sand. Staub wirbelte auf und wurde vom Wind bis zu Nemyt getragen. Stöhnend rieb sie sich die Körner aus den Augen, bevor sie schließlich einen angestrengten Blick auf ihre Beute warf. Von weitem konnte sie nichts erkennen, da sich der staubige Nebel noch nicht ganz gelichtete hatte, dennoch hielt sie es für eher unwahrscheinlich, dass der Bandit überlebt hatte.
Ein paar hundert Meter weiter wurde sie jedoch sogleich eines besseren belehrt. Einzig und allein der verwundete Drache lag tot vor ihr am Boden, Fangtor Bloodmoon war geflohen. Die eisblauen Augen der Elfe spähten wütend durch die leichten Staubschwaden, wenige Schritte vor ihr konnte sie eine gebückte Gestalt erkennen. Es war der Schaman. Freudig zog Nemyt ihr Schwert aus der Scheide an ihrem Rücken und holte tief Luft, bevor sie auf den humpelnden Banditen zu stürmte. Ein paar Schritte weiter lichtete sich der rot glitzernde Staub und Nemyt konnte nun eindeutig erkennen, dass der Bandit es war, der durch den tiefen Sand humpelte. Hinter ihm verlief eine dicke rote Spur, sie hatte ihn offensichtlich verwundet. Fangtoor Bloodmoon schien die Anwesenheit seiner Verfolgerin bemerkt zu haben, er blieb plötzlich stehen und wandte sich um, in seinen gierigen roten Augen schimmerte blanke Wut.
Nemyt verlangsamte ihren Gang und schlich nun mit bedächtigen, kleinen Schritten auf ihren Gegner zu. Dieser grinste höhnisch und brachte seine Armbrust in Position. Er fixierte die junge Elfe, schoss ab und blickte sie gleich darauf verwundert an. Sie hatte den Pfeil mit der breiten Klinge ihres Schwertes abgewehrt und reckte ihren Körper nun siegessicher in die Höhe, während sie weiter voran schritt. Der nun sichtlich nervöse Schamane fuchtelte mit seiner Waffe herum, scheiterte aber an dem Versuch, sie erneut zu laden, denn plötzlich stand die Elfe vor ihm und drückte ihr Schwert in seine Kehle.
„Du warst fleißig, Fangtoor Bloodmoon.“, ihre Stimme vibrierte:“Eigentlich interessieren mich deine Vergehen nicht, ich will nur das Gold, dass auf deinen Dickschädel ausgesetzt wurde, aber wo du jetzt sowieso sterben wirst...Unter anderem gehört ja das Entweihen einer heiligen Reliquie zu deinen Schandtaten. Du hast nicht zufällig etwas mit dem Überfall auf den Schrein von Noc Benari zu tun?“
Der Schamane machte keine Anstalten, ihr zu antworten, stattdessen schnaubte er nur verachtend.
Nemyt erhöhte den Druck auf seine Kehle, ihr Blick glitt zufällig über seine Arme.
Auf der Arminnenseite trug er eine Art Tattoo, schwarz wie der Tod und von der Form eines großen Vogels zierte es sein Handgelenk. Es dauerte jedoch keine zwei Sekunden, bis Nemyt vollends begriffen hatte, wem sie hier gerade an die Gurgel ging. Fangtoor Bloodmoon war ein Agent des Schattens.
Somit erübrigte sich die Frage nach dem nächtlichen Überfall und so verstärkte sie den Druck mit ihrer Waffe erneut.
„Du bist also ein Agent des Schattens,hm?“ In Nymet's Augen funkelte Ekel:“Dann kann ich mir auch gut selbst zusammen reimen, wer das Kloster gestern Nacht überfallen hat.“Sie schwieg kurz, bevor sie fortfuhr:“Ich nehme an, du hast den Knochenkelch gesucht. Eigentlich kann es mir egal sein, ob du mit einem Irrglauben stirbst, ich sollte dir ohne zu zögern den Kopf abschlagen, dafür dass du vor mir weg gelaufen bist. Aber ich bin so gütig. Und bevor ich es mir noch anders überlege, sage ich nur so viel: Der Kelch ist nichts als eine billige Fälschung!“ Mit diesen Worten löste sie ihre Klinge vom Hals des Banditen, holte weit aus und schlug nach seinem Kopf. Das Sausen des Schwertes zerschnitt die Luft und ein entsetzt dreinblickender Kopf rollte wenig später durch den Sand.
Nemyt grinste, packte den abgehackten Kopf in einen Leinensack und schlenderte in Richtung der Berge. Aber dann blieb sie stehen und blickte sich um. Sie konnte irgend etwas fühlen, es war merkwürdig. Ein Blick zu dem toten Schaman genügte, sogleich dämmerte ihr, was gleich passieren würde. Noch bevor die Elfe sich vollends darüber klar werden konnte, erhob sich ein pechschwarzer Nebel aus dem toten Körper. Nemyt schluckte, drehte sich um und rannte blitzschnell durch den Sand. Der Schatten folgte ihr, er schien ganz auf sie fixiert zu sein. Die Elfe rannte noch schneller, aber sie konnte ihm nicht entkommen. Nur ein paar Meter weiter wurde sie vom Nebel erfasst, er senkte sich schmerzhaft in sie, füllte sie komplett aus. Ihr Handgelenk begann schrecklich zu schmerzen, es war, als würde sie ein Armband aus Stacheldraht tragen. Nemyt warf einen Blick auf ihren Arm, ein schwarzes Vogeltattoo brannte sich in ihre Haut.
Verdammte Scheiße...
Die Elfe keuchte mit schmerzverzerrtem Gesicht, bevor der Schatten sie schließlich überwältigte und sie im Sand zusammenbrach.

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Re: 2013 FF - Curse of the shadow

Beitrag von Moni am Di 19 Nov - 5:08

Kapitel 2

Erschöpft kletterte Keltus die letzten Meter des steilen Hangs empor, bevor er sich schließlich an einem verrosteten Eisenbahngleis in die Höhe zog und kurz darauf auf dem moosbedeckten Boden sitzen blieb. Wieso musste Gyarmuk sich ausgerechnet so weit oben auf einem Berg verschanzen? Eigentlich war die Frage unnötig, aber Keltus stellte sie sich trotzdem. Seine Prophetin Ari-Alia hatte ihn angewiesen, den kleinen Zwerg zu finden und Informationen über den Schatten aus ihm heraus zu quetschen, bevor er ihn dann töten sollte. Keltus war ein junger, aber dennoch gefürchteter Krieger und er war stolz darauf, dass Ari-Alia gerade ihn als ihren Agenten auserwählt hatte.
Nach einer kurzen Pause erhob er sich und ließ seinen Blick über den Tunnel vor ihm schweifen.
Vor dem Eingang der Höhle hatte man ein moderiges Holzgerüst gebaut, an ihm hingen abgeschlagene Köpfe von Menschen und Orcs. Keltus machte ein paar Schritte nach vorn und spähte in den dunklen Eingang. Da er nichts erkennen konnte, ging er vorsichtig weiter, um das Gerüst herum flatterten zerissene blaue Tücher. Auf halbem Weg tauchte im Tunnel ein schwaches Licht auf, wohl dass einer kleinen Flackel. Keltus hielt inne und horchte. Das Licht kam näher und eine raue Stimme fragte:“ Fangtor, bist du das?“ Keltus grinste.
Nein Gyarmuk, ich bin dein Verderben.
Keltus zog sich vorsichtig zurück und wartete, bis der kleine Zwerg ins Licht getreten war.
Er trug eine Brille mit einem dicken, vergoldeden Rahmen, die kreisrunden Gläser waren abgedunkelt, um seine empfindlichen Augen vor der Sonne zu schützen. Es dauerte nicht lange, bis der Zwerg die Anwesenheit des Kriegers bemerkte, denn er drehte in Kopf und sah ihn unverwandt an.
„Keltus!“ Wütend zog Gyarmuk seine mit Schwarzpulver gefüllte Pistole und richtete sie auf Keltus. Dieser wich der Metallkugel, die kurz darauf auf ihn zuflog, aus und landete schließlich auf allen Vieren auf dem Boden.
Der Zwerg steckte seine Waffe weg und zog sich ins Innere des rießigen Berges zurück. Keltus folgte ihm und lauschte seinen Worten:“ Du hast mich weit verfolgt, Keltus. Aber aus mir wirst du nichts rauskriegen, außer dem Schatten bin ich nichts und niemandem Rechenschaft schuldig!“
Gyarmuk hielt kurz inne, bevor er fortfuhr:“Man nennt dich dort draußen Keltus, den Wanderer. Aber ich denke, das wusstest du bereits. Jedenfalls bin ich über deine unzähligen siegreichen Schlachten in Kenntnis gesetzt, trotzdem fürchte ich dich nicht. Denn der Totengott wird schon bald zurück zur Erde finden, und dann kann nicht einmal deine Prophetin ihn noch aufhalten. Ari-Alia hieß sie, richtig?“ Das Ari zog er provozierend lang, schließlich lachte er laut. Keltus' Gesicht lief knallrot an, wütend zückte er sein Schwert und ging nun mit schnelleren Schritten über die alten Gleise, die ins Innere des Berges führten, direkt auf den vorlauten Zwerg zu. Dieser wandte sich plötzlich um und auch Keltis blieb stehen. „Wieso lässt du mich nicht einfach in Ruhe, Keltus?“ Gyarmuk verzog das Gesicht:“Hier drin hast du doch sowieso keine Chance gegen mich, Menschen können im Dunklen nichts sehen.“ Keltus grinste lautlos und meinte schließlich:“Ich kann nichts sehen, da hast du Recht. Aber du hast wohl vergessen, wer ich bin. Was glaubst du denn, wir scharf meine restlichen Sinne in den letzten Jahren geworden sind.“ Mit diesen Worten schlug er mit seinem Schwert nach dem Schattenagenten, dieser zuckte zwar seine Pistole, jedoch wurde ihm diese sofort aus der Hand geschlagen. Gyarmuk brummte sauer:“Eigentlich bist du so und so dem Tod geweiht, aber ich werde nun dafür sorgen, dass er früher kommt, als es dir lieb ist!“ Er zog ein kleines Messer aus seinem marineblauen Umhang und fuchtelte damit kurz in der Luft herum, bevor er auf Keltus zu ging. Dieser umfasste den Griff seines Schwertes fester und ging ebenfalls ein paar Schritte vorwärts, um dem Zwerg die Klinge gegen den Kopf zu schmettern. Gyarmuk taumelte kurz, dann fasste er sich wieder und warf mit dem Messer nach Keltus. Es blieb schließlich in seiner Brust stecken. Der Agent stöhnte und zog die Klinge mit einem Ruck aus seinem Fleisch, bevor er sie dem Zwerg zwischen die Augen schleuderte. Dieser schrie kurz auf, bevor er auf die Knie fiel und sich entsetzt die Hand an die Stirn hielt.
Keltus hatte genau die Mitte seines Gesichts getroffen, was für ihn jedoch nichts außergewöhnliches war. Er trat vor Gyarmuk's Gesicht und hielt sein Schwert in die Höhe, aus der Wunde an seiner Brust tropfte Blut.
„Also, Gyarmuk.“ Keltus blickte auf ihn herab:“Du hast dich nun also auch dem Schatten verschrieben. Sag mir, wo er sich versteckt, oder ich werde dich jetzt sofort töten.“
Der zusammengesunkene Zwerg lachte, bevor er antwortete:“Tötet mich doch! Mit jeder Leiche wird mein Herr mächtiger, schon bald wird deine Welt, wie du sie kennst, nicht mehr existieren.“
Keltus tappelte nervös von einem Bein auf das andere, während er meinte:“Es interessiert mich nicht, wie viele Leichen dein ekelhafter Herrscher frisst, ich brauche nur Informationen.“
Gyarmuk lachte angestrengt, bevor er schließlich zwischen zusammen gepressten Zähnen hervor stieß:“Ich werde dir gar nichts sagen! Sobald Fangtoor uns den Knochenkelch gebracht hat, werden wir die Totengötter zurück holen und der Welt unseren Willen aufzwingen.“
Keltus schmunzelte kurz, bevor er antwortete:“Fangtoor Bloodmoon also. Der Bandit, der heute Nacht das Kloster von Noc Benari überfallen hat. Wo ich nun seinen Namen kenne, hättest du die Freundlichkeit, mir den Aufenthaltsort deines Herrschers noch zu verraten?“
Gyarmuk rutschte ein Stück auf dem Boden herum, bevor er lachte und schließlich flüsterte:“Der Schatten ist überall in unseren Herzen, auch in deinem. Du musst ihm nur nachgeben, veehrter Keltus.“
Dem Krieger stieg erneut die Röte ins Gesicht, langsam ging im dieser Zwerg mit seinem losen Mundwerk tierisch auf die Nerven.
Was soll's, die Infos krieg ich auch wo anders.
Keltus ließ die Klinge seines Schwertes über Gyarmuk's Kopf hin und her wandern, bevor er schließlich weit ausholte und ihm den Kopf in zwei Teile zersägte. Der Zwerg lachte noch kurz, bevor er schließlich verstummte. Es war ein befreiendes Lachen gewesen. Der Arm mit dem Vogeltattoo klatschte zuerst auf das kalte Gleis, Keltus konnte es spüren.
Zum Glück kann dieser verflixte Schatten keine Menschen gegen ihren Willen in seinen Bann ziehen.
Der Krieger schnappte sich die beiden auf dem Boden liegenden Kopfhälften und wickelte sie in Tücher ein, bevor er sie in seinem Lederbeutel verstaute und sich an den Abstieg machte.


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Re: 2013 FF - Curse of the shadow

Beitrag von Moni am Di 3 Dez - 4:11

Kapitel 3

Nachdem Keltus wieder am Fuße des Berges angekommen war, studierte er kurz seinen Kompass, bevor er schließlich nach Süden in Richtung der Wüste ging.
Er hatte Mühe, vorwärts zu kommen, der viele Sand ließ seine schwarzen Lederstiefel immer wieder einsinken. Überall um ihn herum ragten rotbraune Berge in den Himmel.
Plötzlich schmerzten Keltus' Augen, er kniff sie zusammen und blickte über die Dünen vor sich.
Irgendetwas blendete ihn. Mit angespanntem Körper ging er auf den hellen Lichtstrahl zu, schließlich fand er Nemyt bewusstlos am Boden. Sie strahlte eine negative Energie aus, die sich unendlich dunkel anfühlte, der junge Krieger runzelte die Stirn.
Verwirrt blickte er die überraschend große Elfe an.
Was ist denn hier passiert?
Keltus' Blick fiel auf den Leinensack, der neben ihr lag. Er hatte sich geöffnet und er konnte den Kopf von Fangtoor Bloodmoon erkennen. Er lächelte in sich hinein und beugte sich über Nemyt.
Aber plötzlich wich er erschrocken zurück.
Sie trägt das Schattenmal. Aber wieso sollte sie Fangtoor dann töten?
Keltus' dachte kurz nach, überlegte ob das hier vielleicht eine Falle sein könnte.
Nach kurzem Zögern beschloss er, seine Prophetin um Rat zu fragen.
Er kniete sich in den weichen Sand, nahm das azurblaue Kreuz seiner Halskette in beide Hände und schloss die Augen.
Kurz darauf fand er sich in einer völlig anderen Welt wieder. Die Wüste war verschwunden, an Stelle des Sandes kniete Keltus nun auf blassblauen, weichen Wolken. Die heiße Mittagssonne brannte nicht länger auf ihn nieder, vom Himmel ging ein undefinierbares, gleisendes Licht aus.
Er richtete seinen Blick geradeaus, Ari-Alia trat mit lautlosen Schritten auf ihn zu, es sah fast aus, als würde sie über die Wattewolken schweben.
„Keltus.“, sprach sie mit ihrer glockenhellen Stimme, nachdem sie vor ihm stand.
Dieser verbeugte sich kurz, erhob sich dann und blickte seine Prophetin gespannt an.
In ihrem engelsgleichen Gesicht zeichnete sich ein winziges Lächeln ab, bevor sie sagte:“Sie heißt Nemyt und stammt von den Garuundanen ab. In der Zeit des großen Krieges der Götter hat sie sich von ihrem Volk los gesagt, seit diesem Tag zieht sie durch das Land und sammelt das Kopfgeld für alle Banditen, auf die seither welches ausgesetzt wurde. Du musst dir keine Gedanken um sie machen.“
Keltus blickte die Prophetin verwirrt an. „Aber Herrin, sie trägt das Schattenmal. Ich habe es selbst gesehen.“
Ari-Alia lächelte erneut. „Ja, das tut sie, Keltus. Fangtoor Bloodmoon hat es ihr als Abschiedsgeschenk da gelassen. Aber wir brauchen sie, ich kann es spüren. Der Schatten hat noch nicht vollends Besitz von ihr ergriffen, wenn sie dagegen ankämpfen kann, wirst du sie nicht töten müssen.“
Keltus konnte es nicht fassen. War das ihr Ernst? Er sollte sich also mit einer Elfe zusammen tun, die zudem noch im Begriff war, eine Schattenagentin zu werden?
Ari-Alia konnte Keltus' Ärger spüren, sie funkelte ihn warnend an.
„Nun mach dich los, sie muss so schnell wie möglich wieder zu Bewusstsein kommen, bevor es zu spät ist!“ Mit diesen Worten wandte sie sich um und schmiss Keltus aus ihrer Welt. Er hatte gerade noch ihren seidenen Umhang flattern sehen können, dann fand er sich in der Wüste wieder. Ihm war übel, er hasste es, wenn Ari-Alia das tat. Keltus konnte einen rauen Ekel seine Kehle hinaufkriechen spüren. Er könnte es nicht glauben, er würde sich wirklich mit einer Elfe zusammen tun.
Na ja, Ari-Alia wird schon Recht behalten, das tut sie immer.
Der Krieger erhob sich aus dem Sand und beugte sich erneut über Nemyts am Boden liegenden Körper. Keltus grinste locker, holte aus und schlug ihr mit voller Wucht gegen die Wange.
Nemyt keuchte und schnappte nach Luft. Schließlich blickte sie Keltus verwundert an. Ihre Muskeln spannten sich, sie war kampfbereit, auch wenn ihr die Glieder höllisch schmerzten.
Keltus seufzte und hielt ihr schließlich die Hand hin.“Versuch' aufzustehen.“, bat er sie ein wenig genervt. Nemyt blickte ihn immer noch verwundert an, griff aber nach seiner großen Hand und ließ sich von ihm auf die Beine ziehen. Keltus konnte sehen, wie sie schwankte, also hielt er sie an ihrern schmalen Schultern fest. „Du hast Fangtoor Bloodmoon erwischt, Glückwunsch.“ Nemyt blickte den Krieger immer noch sprachlos an, wahrscheinlich dachte sie darüber nach, ob er gefährlich war. Keltus seufzte erneut, wandte seinen Blick schließlich von ihr ab und sagte: „Eigentlich halte ich nichts von Elfen, aber meine Prophetin hat mir befohlen, dich vor deinem Untergang zu bewahren.“ Nemyt sah ihn fragend an.
Vor meinem Untergang bewahren? Was meint er damit?
Plötzlich fiel es ihr wieder ein. Erschrocken schnellte ihr Blick zu ihrem Handgelenk, ein schwarzes Vogeltattoo prangte dort. Mit einem Mal stürmten die Gedanken der letzten Minuten, an die sich erinnern konnte, auf sie ein. Sie hatte Fangtoor Bloodmoon getötet, um die vierhundert Gold zu kassieren. Aber er hatte sie verflucht, bevor er gestorben war. Und nun? War sie jetzt eine Schattenjägerin, die dem Schatten für immer unterworfen sein würde?
Keltus schien ihre Fragen zu erahnen, denn er platzte überraschend in Nemyts Gedanken: „Noch ist es nicht zu spät. Das Gift hat sich noch nicht vollständig in deinem Körper verteilt, aber es wird bald schwierig werden. Meine Herrin hat mir zwar befohlen, dafür zu sorgen, dass du frei vom Schatten bleibst, aber wenn du dich ihm hingibst, dann werde ich dich auf der Stelle töten.“ Er sagte es gespielt locker und mit einem Hauch Freude in der Stimme. Nemyt strich sich verärgert eine blonde Strähne hinter ihr spitz zulaufendes Ohr, die sich aus ihrem Zopf gelöst hatte und meldete sich schließlich das erste Mal zu Wort: „Ich werde niemals zu einer Agentin des Schattens werden. Warum interessiert sich deine Prophetin so für mich, ich hab doch gar nichts mit ihr zu tun.“
Keltus dachte kurz nach, wie er ihr schonend beibringen sollte, dass das Schiksal der Welt nun in ihren Händen lag. Ob sie ihm wohl folgen würde, wenn er ihr einfach sagen würde, dass sie schon noch früh genug erfahren würde, was ihr Aufeinandertreffen zu bedeuten hatte? Wahrscheinlich nicht. Keltus gab es auf, er würde ihr einfach geradeaus sagen, was Sache war. „Ich bin von der Prophetin Ari-Alia geschickt worden, um die Absichten des Schattens aus zu kundschaften und sie meint, dass es kein Zufall war, dass ich dich hier gefunden habe. Ihrem Gefühl nach brauchen wir dich, um das Böse zu stoppen und zu verhindern, dass in unserer Welt ein bodenloses Chaos losbricht. Du brauchst mich nicht so anzusehen, ich bin auch nicht begeistert.“ Nemyt atmete hörbar aus, schlug Keltus' Hände von ihren Schultern und taumelte ein paar Meter in Richtung des kleinen Dorfes Battlerave, dass etwa drei Kilometer von hier lag. Keltus rief ihr nach:“ Komm zurück. Alleine wirst du es nicht schaffen.“
Nemyt ignorierte sein Rufen und stolperte weiter. Aber sie kam nicht weit, denn überraschend schoss ein unglaublich heller Blitz vor ihr in den Boden. Der darauf folgende Donner ließ sowohl Nemyt als auch Keltus erzittern. „Ich hab' dir doch gesagt, du sollst da bleiben, dumme Elfe. Ari-Alia hat gesprochen, find' dich damit ab.“ Nemyt gab sich geschlagen und tappte zurück zu dem genervt dreinblickenden Keltus. „Also gut, Mensch. Wie sieht dein Plan aus?“
Der Krieger schien überrumpelt, denn er überlegte kurz, bevor er etwas sagte. „Den können wir jetzt vergessen, da warst du nicht mit einbezogen. Wir müssen uns einen neuen zurecht legen. Aber erst einmal müssen wir heraus finden, welche Rolle du bei dem ganzen spielst.“
„Und wie machen wir das?“, wollte Nemyt nun wissen. „Ich hab' keine Ahnung.“, gestand Keltus wiederwillig. Nemyt grinste. „Das dachte ich mir.“
Keltus wies die Elfe mit einer Handgeste an, abzuwarten, ging in die Knie und umschloss das Kreuz seiner Kette mit beiden Händen, bevor er die Augen schloss. Nemyt zog die Augenbraue hoch. Was sollte der Schwachsinn denn jetzt?
Keltus konzentrierte sich, richtete seine Gedanken komplett auf seine Prophetin aus, aber Ari-Alia wollte ihn nicht herein lassen.
Er beschloss, dass es keinen Zweck haben würde, es weiter zu versuchen und richtete sich wieder auf.
Nemyt konnte mittlerweile wieder einigermaßen gerade stehen und blickte ihn nur an.
„Ich würde vorschlagen, wie beschaffen uns erst einmal ein bisschen Geld, nur für den Fall...“, schlug Keltus vor und zeigte auf den Kopf von Fangtor Bloodmoon. „ Ich selbst habe auch ein hübsches Exemplar dabei, dass noch einige Taler bringen könnte.“, fügte er hinzu, bevor er Nemyt fragend ansah. Diese schien kurz zu überlegen, willigte aber schließlich ein.

Nach etwa einer Stunde Fußmarsch erreichten die beiden ungewöhnlichen Verbündeten Battlerave, ein kleines Dorf an der Grenze zwischen Warspire und Treyarch. Die beiden fixierten ein großes, würfelformiges Gebäude, um dass bewaffnete Wachen schwirrten wie Bienen um einen Honigstich, und gingen mit schnellen Schritten darauf zu. Sie würden sich bei General Drennon ihr Kopfgeld holen und dann überlegen, was als nächstes zu tun war. Irgendwie wollte Keltus der Gedanke nicht los lassen, sie würden Ari-Alia brauchen, um dieses Geheimnis zu lüften. Er konnte jedoch nicht nachvollziehen, wieso sie ihn vorhin in der Wüste so vehement ausgeschlossen hatte. Er schob den Gedanken beiseite und lief nun schneller, Nemyt zog ihr Tempo ebenfalls ein wenig an.
Am Hauptsitz des Generals von Battlerave angekommen, mussten sie erst einmal ihre Waffen ablegen. Als sie ihre Schwerter, Messer und Wurfsterne ausgepackt hatten, traten die beiden schmächtigen Wachen zur Seite. Ohne sie eines Blickes zu würdigen, ging Nemyt an ihnen vorbei, Keltus nickte dem einen zu.
Drinnen saß Drennon wie gewohnt hinter seinem großen Eichenholzschreibtisch. Als er die Elfe und den Krieger sah, legte er seine Schreibfeder beiseite und rollte das beschrieben Pergament auf seinem Tisch zusammen. „Keltus.“, grüßte er den Krieger. Nemyt schenkte er keine Beachtung, wahrscheinlich hielt er nicht allzu viel von ihresgleichen.
Keltus nickte stumm und warf ihm den Beutel mit Gyarmuk's Kopfhälften auf den Tisch.
Drennon blickte ihn verwirrt an: „Ein Zwerg? Wer ist das?“
Keltus nickte mitleidig, dann antwortete er:“ Ja, ein Zwerg. Er heißt Gyarmuk, eigentlich war er nicht zur Fahnung ausgeschrieben, aber meine Prophetin hat mir verraten, dass er ein Krieger des Schattens war.“
Drennon's Mine verdüsterte sich. „Nun schließen sich also auch schon die Zwerge dem Schatten an...Unsere Chancen zerlaufen langsam im Sand, Keltus. Und uns bleibt nicht mehr viel Zeit.“
„Ich weiß, Drennon. Ich weiß.“, setzte der Krieger an:“ Aber noch besteht Hoffnung, sie wird unsere Rettung sein.“. Er richtete seinen Finger auf Nemyt, die nur still da stand und Drennon mit abweisendem Blick anstarrte. Der General lachte laut auf und lehnte sich in seinem Stuhl zurück. „Die da? Sie ist eine Elfe, Keltus...“ Man konnte die Abneigung in seinen Worten förmlich spüren.
Keltus atmete tief durch und erklärte dann:“ Ich bin auch nicht begeistert, General Drennon. Aber meine Prophetin hat nun mal vorrausgesagt, dass sie die jenige sein wird, die mit mir an meiner Seite, die letzte aller heiligen Schlachten austragen wird.“ Drennon lehnte sich nun wieder nach vorne und verschränkte die Hände auf der Tischplatte.“Deine Prophetin also. Sag, bist du dir denn sicher, dass du Ari-Alia vertrauen kannst? Ihr einfach alles glauben solltest, ohne es zu hinterfragen? Bist du dir sicher, dass ihre Seele wirklich so rein ist, wie du denkst?“ Drennon hatte noch nie viel von diesen überirdischen Gottesgesandten gehalten, für ihn waren ihre Fähigkeiten nichts als böses Teufelswerk.
Keltus stieg die Röte ins Gesicht, aber er schluckte seine Wut herunter und antwortete mit einem schlichten „Ja.“ Nach einer kurzen Pause fügte er noch hinzu:“ Wie viel kriege ich für ihn?“
Drennon senkte den Blick und betrachtete den Beutel, bevor er die Kordel, mit der er verschlossen war, mit seinem Messer durchschnitt und den Kopf auspackte.
„Das sind ja zwei Hälften...“, bemerkte er. Keltus zuckte nur mit den Schultern und Drennon meinte schließlich:
“ Zweihundert Gold, mehr kann ich dir dafür nicht geben.“
„Zweihundert Gold sind in Ordnung.“, sagte Keltus ein wenig mürrisch, weil er nicht mehr dafür bekam.
Zweihundert Gold...Na ja, dass ist besser als nichts. Im Zweifelsfall können einem zweihundert Gold das Leben retten.
Bevor Keltus etwas sagen konnte, meldete Nemyt sich zu Wort:“ Ich hab' hier auch noch was.“
General Drennon zog die linke Augenebraue hoch und sah ihr zum ersten Mal ins Gesicht. „Na, dann zeig' mal her.“, antwortete er gelangweilt. Die Elfe nahm ihren Beutel vom Rücken und schleuderte ihn dem General wütend direkt in die Arme. Dieser fing ihn ab und tadelte sie mit einem warnenden Blick, Nemyt ignorierte ihn und wandte ihren Blick aus dem verdreckten Fenster.
Der General packte auch diesen Kopf aus und hielt plötzlich erstaunt den Atem an. „Fangtoor Bloodmoon?“, fragte er ungläubig:“ Du hast Fangtoor Bloodmoon erledigt?“ Nemyt war nun deutlich ansehbar, wie sauer sie auf Drennon war. „Ja.“, zischte sie.
Der General wickelte den Kopf wieder ein und erhob sich.
„Du bist tapferer, als die anderen Elfen, die ich kenne.“, versuchte er, seine herablassende Art wieder gut zu machen. „Ich bin auch nicht, wie die anderen.“, zischte Nemyt erneut. Offenbar zeigte dieser Beschwichtigungsversuch keinerlei Wirkung. Drennon ging um seinen Schreibtisch herum, er wollte sich diese außergewöhnliche Elfe genauer ansehen.
Doch nach zwei Schritten blieb er plötzlich stehen und senkte seinen Blick auf Nemyt's Arm.
„Keltus!“, schrie er wie von Sinnen:“ Was hast du nur getan? Sie ist eine Verbündete des Schattens! Sie wird uns alle töten!“ Drennon ergoss sich in wilder Hysterie und schrie nach seinen Wachen. Diese eilten sofort herbei und stürzten Nemyt zu Boden, noch ehe sie überhaupt verstanden hatte, was überhaupt los war. In der nächsten Sekunde hatte man ihr eiserne Fesseln angelegt, das kalte Metall schnitt in ihre Handgelenke, als einer der Wachen sie daran auf die Beine zog. Keltus schien erst jetzt zu verstehen, was gerade passiert war und schrie schließlich gegen Drennon's Worte an:“ Sie ist keine Schattenjägerin! Fangtoor Bloodmoon hat sie verflucht! Sie wird dagegen ankämpfen und es schaffen!“ Doch der General hörte ihn nicht, er war viel zu beschäftigt mit seinen eigenen Gedanken. Die Wachen führten die vom Schatten geschwächte Nemyt hinaus, Keltus folgte ihnen mürrisch.
Er würde später noch einmal mit Drennon reden, wenn er sich beruhigt hatte. Bis dahin musste Nemyt es eben in dem stickigen Kerker aushalten.

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